Bereits seit 1474 ist in Schleusingen die Schützengilde nachweisbar. Die Aufgabe der Schützen bestand ursprünglich darin, zum Schutz und zur Verteidigung der Stadt sich jederzeit bereitzuhalten und bereit zu stehen. Im 19. Jahrhundert entstand daraus der Schützenverein, der alljährlich beim Schützenfest seinen Schützenkönig erkor, der den Schützenpreis erhielt. Beschreibung: Schützenpreis 1866/1867, Ölgemälde vom Schleusinger Marktplatz mit Darstellung des Festumzuges der Schützenvereine. Auf dem Bild ist ein Festumzug der Schleusinger Schützen in historischer Tracht mit einem Herold und mehreren befreundeten Schützenvereinen in zarten Farben gemalt. Die Häuser sind mit Fahnen des norddeutschen Bundes, Preußens, der Turner und des Sängerbundes geschmückt. Die Schützenvereine tragen ihre Namensschilder wie z.B. Römhild, Coburg und Mellrichstadt. Am unteren Bildrand steht "Gegeben von Oscar Ziegler 1866 Gewonnen von Wilhelm Clauer 1867". Das Ölgemälde ist in einen dunkelbraunen Holzrahmen gefasst und in den Ecken mit aufwendigem Schnitzwerk verziert. Herstellung: Auf der Rückseite des Ölgemäldes steht geschrieben "gem. v. Stähelin a. St. Gallen 1874". Es ist anzunehmen, dass dieses aufwendige Bild anlässlich des 400jährigen Schützenjubiläums von Schleusingen in Auftrag gegeben wurde. Provenienz: Dieser Schützenpreis, ursprünglich in Händen des Schützenkönigs, gehörte zur Sammlung des Schleusinger Schützenvereins, der nach 1945 aufgelöst wurde. Sein Sammlungsgut, zunächst im Rathaus verwahrt, wurde dem 1953 gegründeten Heimatmuseum in Schleusingen übergeben. Das Ölgemälde mit Darstellung des Schleusinger Marktplatzes ist Blickfang in einem Durchgangszimmer der regionalgeschichtlichen Abteilung, in dem die Schützentradition der Stadt veranschaulicht wird. [Rosika Hoffmann]